Radiolarien von der Karibikinsel Barbados


In der Systematik zählen die Radiolarien, auch Strahlentierchen genannt, zu den Protozoen (Einzellern). Je nach Art kommen sie in Grössen von 20 µ bis zu etwa 3 mm vor. Sie leben ausschliesslich schwebend (planktisch) und in grossen Mengen im Meer und besitzen ein 'kieseliges' Innenskelett, das aus dem Meerwasser entzogenem Siliziumdioxid besteht. Nach dem Absterben zersetzen sich die organischen Bestandteile der Radiolarien, und die zum Meeresboden sinkenden Kieselskelette bilden als Sediment den Radiolarienschlamm.
Berühmt sind die Zeichnungen von Radiolarienskeletten, die Ernst Haeckel (1834 - 1919) angefertigt und 1862 in seinem Werk 'Kunstformen aus dem Meer / Der Radiolarien-Atlas' veröffentlicht hat. Seine 1887 herausgebrachte 'Monographie der Radiolarien' gilt noch heute als Referenzwerk und basiert auf Material aus der britischen Challenger-Expedition (1872 - 1876). Auch Ehrenberg hat Radiolarienvorkommen verschiedener Fundorte, darunter auch Barbados, bearbeitet.
Dementsprechend beschäftigte sich auch die Mikroskopie schon frühzeitig mit Radiolarien und so wurden bereits in dem 1871 in der dritten Ausgabe erschienenen Standardwerk 'Die Wunder des Mikroskops' von Dr. Moritz Willkomm Vorkommen auf Aegina, auf den Nikobaren, auf Sizilien und vor allem auf Barbados beschrieben.
Das fossile Material des Präparates, von dem die folgenden Aufnahmen angefertigt wurden, stammt aus der Fundstelle 'Bath Cliffs' auf der Karibikinsel Barbados und wird dem Eozän (ca. 55,8 - 33,9 Mio. Jahre) zugerechnet.

Aufgrund des räumlichen Kieselskelettbaus sind Radiolarien im Durchlichtmikroskop nicht in ihrer Gesamtheit vollständig scharf abzubilden. Für die folgenden Aufnahmen wurde daher der differenzielle Interferenzkontrast (DIC) gewählt, sodass die unscharfen Ebenen möglichst wenig deutlich hervortreten.
Radiolarien
Mittleres Eozän / ca. 45 Mio. Jahre
Einbettung: Naphrax
O 20 / DIC+RI

Radiolarien
Mittleres Eozän / ca. 45 Mio. Jahre
Einbettung: Naphrax
O 20 / DIC+RI
Radiolarien
Mittleres Eozän / ca. 45 Mio. Jahre
Einbettung: Naphrax
O 20 / DIC+RI
Radiolarien
Mittleres Eozän / ca. 45 Mio. Jahre
Einbettung: Naphrax
O 20 / DIC+RI
Radiolarien
Mittleres Eozän / ca. 45 Mio. Jahre
Einbettung: Naphrax
O 20 / DIC+RI
Radiolarien
Mittleres Eozän / ca. 45 Mio. Jahre
Einbettung: Naphrax
O 20 / DIC+RI
Referenzen
Aufnahmen: 1.1 - 1.6 © Helmut Reichenauer
Autor: Helmut Reichenauer © 2006 / Email : helmut.reichenauer@aon.at
Material: Dr. Torsten Steiger / K.-H. Orlishausen
Präparate: Peter Pavlicek, 23.12.2004