Eklogit, ein metamorphes Gestein

Der Name „Eklogit“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „auswählen“. Äußerlich in den Farben rot-weiß-grün, oft auch mit dunklen Mineralien vermischt, besticht das Gestein durch seine Buntheit, die auf die einzelnen Komponenten zurückzuführen ist. Und weil es so charakteristisch ist und beinahe unverwechselbar, ist es in seinen Hauptbestandteilen leichter zu bestimmen. Diese sind der rote Granat in weitgehend idiomorpher Form als Rhombendodekaeder, der grüne Omphazit, ein Klinopyroxen, der in seiner Zusammensetzung zwischen den Mineralen Diopsid und Jadeit liegt und der nur bei bestimmten p-T- Bedingungen im Eklogit gebildet wird, weiters Quarz und Zoisit als weiße Bestandteile. Disthen und Glaukophan als bläuliche Komponenten treten akzessorisch auf. Bei dunklen Exemplaren ist auch ein Anteil Mg-Hornblende, ein Amphibol, untergemischt. Darüber hinaus treten in untergeordnete Mengen Rutil, Pyrit, Hellglimmer, aber nie Plagioklase auf, das sind Ca-reiche Feldspäte, weil sie bei der Bildungstemperatur des Eklogits, 500 - 700°C und hohem Druck von 20 - 25kbar nicht beständig sind und sich in Zoisit umwandeln. Eklogit entsteht aus Basalten oder Gabbros als basisches Gestein. Der Gabbro (Abkömmling tonig – sandiger Ablagerungen der stark ausgedünnten Erdkruste) ist vor ca. 250 Ma als Magma aus dem oberen Erdmantel aufgestiegen, in die damaligen Krustengesteine eingedrungen und auskristallisiert. Dann erfolgte die Versenkung in tiefere Zonen der Erdkruste und des oberen Erdmantels, wo 22 – 25kbar und 700 – 730°C vorherrschen und wurde so zum Eklogit. Wahrscheinlich sind zur Metamorphose auch Fluide notwendig. Das basische und meist massige Gestein enthält kein Wasser, kann aber weiter zum basischen Granulit mutieren.
Eklogite sind überwiegend wasserfreie Tiefengesteine aus 70 – 100 km Tiefe und zeigen tektonische Bewegungen mindestens bis in den Grenzbereich von Erdkruste und oberem Erdmantel an. Bei Eklogiten im alpinen Milieu, die durch Metamorphose durch Gebirgsbildung nach Hebungen an die Oberfläche kamen, kann man teilweise sehr deutlich noch die Grenzen sehen, wie weit sich Eklogit aus dem anstehenden Gabbro gebildet hat. Dafür ist die Koralpe in der Steiermark international in Geologenkreisen berühmt.
Es sind nie ganze Gebirge, die aus Eklogit bestehen, sondern immer nur kleinere Linsen bis 100 Meter Größe, die Vorkommen sind aber stellenweise konzentriert zu finden und von anderen Gesteinstypen eingeschlossen, über die ganze Erde verstreut. Eklogit tritt massig auf, selten mit Schieferung bei entsprechender tektonischer Beanspruchung. In Orogenen sind es meist höchstgradig metamorphe Abkömmlinge von ehemaligen Ozeanböden, das Alter der Eklogite ist sehr unterschiedlich. Es gibt sie schon seit 2 Ga in Tansania oder 1,8 Ga in Nordchina und bezeugen sehr frühe Plattentektonik der ersten Kontinentalschollen. Unser alpiner Eklogit ist erst vor 100 Ma entstanden, also noch sehr jung. Viele Eklogitvorkommen bestehen aus Retro-Eklogiten durch Druckentlastung bei noch hohen Temperaturen und bei späterer Regionalmetamorphose (Dekompression) unter Zufuhr wasserreicher Fluide in niedrigeren Faziesbereichen.
Eklogit ist ein sehr dichtes Material von etwa 3,5 g/cm3, ist sehr hart und zäh, so dass es wirtschaftlich als Dekorstein keine Verwendung gefunden hat. Nur in einigen Fällen wurde es als Schmuckstein und für künstlerische Zwecke eingesetzt. Aber schon aus der Zeit vor 100000 Jahren sind Faustkeile aus Eklogit bekannt, vor 60 – 70000 Jahren, in der Jungsteinzeit, verwendete man auch geschliffene Steinbeile aus diesem Gestein.