Die Salzpflanzen
oder Halophyten

Im
Mikroskopischen Bild
Herbert Palme anno 2008

Vorwort

Es gibt einige gute Bücher und Beschreibungen von Halophyten jedoch findet man keine pflanzenanatomischen und keine mikroskopischen Abbildungen dieser interessanten Pflanzengruppe. So versuche ich mit dieser Arbeit einen Anfang zu machen.
Die meisten der Salzpflanzen kommen am Meeresstrand vor, doch haben wir in Deutschland und in Österreich auch im Binnenland eine Anzahl von Flächen, die sie besiedeln. In Österreich im Burgenland, wo es noch einige intakte Sodalacken gibt, stehen sie sowieso unter Naturschutz. Auch hat man im Hansag (Sumpf und Moorgebiet) bei Apetlon wieder versucht eine ehemals trockengelegte Lacke zu aktivieren. Ich hörte, man hat Unmengen von Salz hingeschafft und dadurch den Grundwasserspiegel wieder so weit angehoben hat, dass salzhaltige Wasseransammlungen entstanden sind, die, so hofft man, wieder von Pflanzen und Tieren besiedelt werden.
Einige salzhaltige Böden gibt es noch im Marchfeld und im Pulkautal, wo Halophyten und xeromorphe Pflanzen anzutreffen sind.


Neureisenberg 2008
Herbert Palme

Bemerkungen:

Die Zeichnungen und Beschreibungen sind in abgeänderter Form dem Buch von Thorsten D. Künnemann „Überleben zwischen Land und Meer „Salzwiesen“ entnommen. Isensee Verlag 1997
Die Fotos entstanden nach Präparaten, wo zum Teil direkt, die im Strasburger Gemisch fixierten Pflanzenteile frisch geschnitten wurden. Die meisten wurden in Paraplast über n-Buthanol eingebettet, mit dem Mikrotom geschnitten, mit Etzold FCA gefärbt und daraus Dauerpräparate gefertigt. Bei den Präparaten des Strandhafers und beim Schlickgras, musste die Verkieselung der Zellen durch verdünnte Flusssäure herausgelöst werden, um sie schneiden zu können.
Die Pflanzen des Meeresstrandes bekam ich liebenswürdigerweise von Herrn Direktor Bruno Ortner.
Die mikroskopischen Bilder wurden mit einem Mikroskop der Fa. Reichert, dem „Zetopan“ in Verbindung mit einer Kamera von Canon, der EOS 20D gemacht.
Die Fotos der Pflanzen und Landschaftsaufnahmen wurden am 17.09.2007 im Burgenland in Illmitz/Hölle, auf der Seeseite und am großen Stinker fotografiert.
Einband und Bindung besorgte Herr Clemens Ried in der Buchbinderwerkstätte, 1100 Wien, Humboldplatz 7

Englisches Schlickgras, Spartina anglica, Sproßachse quer, Vergrößerung 300x. Der Querschnitt zeigt die Verteilung der Gefäßbündel wie sie bei einkeimblätterigen Pflanzen üblich ist, Bemerkenswert sind die großen Luftkammern die über die ganze Pflanze verteilt sind. Da sie in einem Lebensraum wächst der immer wieder überflutet wird und sie manchmal gänzlich unter Wasser ist, dienen sie so wohl als Auftriebskörper.
Englisches Schlickgras, Spartina anglica, Sproßachse quer, Ausschnitt, Vergrößerung 380x
Englisches Schlickgras, Spartina anglica, Blatt quer Vergrößerung 380x. Beispiel eines xeromorphen, bifacialen Blattes, das je nach Wasserverfügbarkeit, ausgebreitet oder eingerollt werden kann. In den Blattfurchen auffällige Gelenkzellen. Spaltöffnungen, und Drüsenzellen die der Salzabsonderung dienen. Die Epidermis wird von einer dicken Cuticula überzogen.
Englisches Schlickgras, Spartina anglica, Blatt quer im eingerollten Zustand.
Wenn das Wasserangebot sinkt wird das Blatt eingerollt um den Waserverlust in den Zellen zu vermeiden.
Englisches Schlickgras, Spartina anglica, Blatt quer, Vergrößerung 2380x. Spaltöffnungen.
Englisches Sclickgras, Spartina anglica, Blatt quer mit Salzdrüsenzelle. Vergrößerung 3785x. Ausführliche Beschreibung beim Strandflieder.
 
 
Andel, Puccinellia maritima. Im Neusiedlerseengebiet, mehrere Namen. Neusiedlersee-Salzschwaden, Zickgras, Andelgras, Puccinellia peisonis. Wurzel quer, Vergrößerung 797x. Die Wurzel einer Monokotylen Pflanze, die an extremen Standorten gedeiht, weist außen ein vielschichtiges Rindengewebe auf. Die zwei bis drei Zellreiheihen die die Endodermis umgeben, sind durch Zellulose stark verstärkt um das salzhaltige Wasser nicht so leicht der Pflanze zukommen zu lassen. Innerhalb der auch stark verdickten Endodermis, im Zentralzylinder sind Siebröhren zu erkennen.
Andel, Puccinellia maritima, Zentralzylinder und verstärkte Zellreihen.
Vergrößerung 1535x
Andel, Puccinellia maritima, Haarwurzel quer. Vergrößerung 1635x. Auch bei diesen feinen Haarwurzeln sind die Verdickungen zu erkennen.
Andel, Puccinellia maritima, Haarwurzel quer. Vergrößerung 1635x. Auch bei diesen feinen Haarwurzeln sind die Verdickungen zu erkennen.

 

Strandflieder, Limonium vulgare, Schaft (Rhizom) quer. Vergrößerung ca. 90x. Die junge Sproßachse der Dikotylen, weist einen Ring von unterschiedlich großem Leitbündel auf. Es sind mehrere Medularbündel zu erkennen. Diese unterschiedliche Verteilung ist bei zweikeimblättrigen Pflanzen eher selten.
Strandflieder, Limonium vulgare, Schaft quer. Vergrößerung 170x
Strandflieder, Limonium vulgare, Schaft quer offenes Gefäßbündel.
Aufnahme 16x3,3/125.
Strandflieder, Limonium vulgare, Blattmitte, Rippe quer. Bemerkenswert das geschlossene Leitbündel. Vergrößerung 988x
Strandflieder, Limonium vulgare, Blattunterseite mit Spaltöffnungen und Salzdrüsen. Aufnahme 4x3,3/125
Strandflieder, Limonium vulgare, Blattunterseite mit Salzdrüse. Vergrößerung 988x
Strandflieder, Limonium vulgare, Blattunterseite mit Spaltöffnungen und Salzdrüsen. Vergrößerung 243,5x
Strandflieder, Limonium vulgare, Salzdrüse vom Blattinneren aus gesehen. Vergrößerung 1536x
Strandflieder, Limonium vulgare, Salzdrüse vom Blattinneren aus gesehen. Vergrößerung 1536x
Strandflieder, Limonium vulgare, Blatt quer, Salzdrüse.
Vergrößerung 2485,5x
Strandflieder, Limonium vulgare, Blatt unterseite quer, Salzdrüse Längsschnitt. Bei der Salzdrüse fehlt der große Hohlraum, welcher sich unter jeder Spaltöffnung findet.
Vergrößerung 966x
Strandflieder, Limonium vulgare, Blatt quer, Spaltöffnung
Vergrößerung 966x
Strandflieder, Limonium vulgare, Blatt quer, Salzdrüse.
Vergrößerung 966x. Vergleicht man die Querschnitte der Salzdrüsen mit den Aufnahmen von innen, so kann man die verschiedenen Schnittrichtungen erkennen.
Strandflieder, Limonium vulgare, Blattmitte mit geschlossenem Gefäß.
Vergrößerung ca. 85x
Strandflieder, Limonium vulgare, Blattende. Vergrößerung ca. 85x
Strandflieder, Limonium vulgare, Blattende und Blattmitte. Schnitte ungefärbt Vergrößerung ca. 85x.
Die Blätter vom Strandflieder sind äquifacial. Sie besitzen auf der Ober- und auf der Unterseite ein Palisandenparenchym. Ebenso sind Spaltöffnungen und salzabsondernde Drüsen auf beiden Seiten des Blattes vorhanden.
Strandflieder, Limonium vulgare, Blattende und Blattmitte. Schnitte ungefärbt Vergrößerung ca. 85x.
Die Blätter vom Strandflieder sind äquifacial. Sie besitzen auf der Ober- und auf der Unterseite ein Palisandenparenchym. Ebenso sind Spaltöffnungen und salzabsondernde Drüsen auf beiden Seiten des Blattes vorhanden.
 
 
Strand-Grasnelke, Armeria maritima, Das Blatt besitzt ebenfalls Salzabsondernde Drüsen. Von oben gesehen bei einer Vergrößerung von 1536 fach und auf Abb.29 vom Blattinneren gesehen.
Vergrößerung 1600x
Strand-Grasnelke, Armeria maritima, Das Blatt besitzt ebenfalls Salzabsondernde Drüsen. Von oben gesehen bei einer Vergrößerung von 1536 fach und auf Abb.29 vom Blattinneren gesehen.
Vergrößerung 1600x
Meerstrand-Aster, Aster trpolium, Tripolium pannonicum.
Meerstrand-Aster, Aster trpolium, Tripolium pannonicum. Im Vordergrund siedelt der Rote Gänsefuß.
 
 
Roter Gänsefuß, Chenopodium rubrum. Gut zu erkennen ist, dass die Pdlanze Standorte mit Salzausblühungen bevorzugt.
Roter Gänsefuß, Chenopodium rubrum. Sproßachse quer.
Roter Gänsefuß, Chenopodium rubrum. Sproßachse quer.
Roter Gänsefuß, Chenopodium rubrum. Sproßachse quer. Asuschnitt.
Roter Gänsefuß, Chenopodium rubrum. Staubblattunterseite mit Salzausblühungen.
Roter Gänsefuß, Chenopodium rubrum. Staubblattunterseite mit Salzausblühungen. Diese Aufnahme wurde im polarisierten Durchlicht aufgenommen.
 
 
Salz-Kresse, Lepidium cartilagineum.
Salz-Kresse, Lepidium cartilagineum, Blatt quer. Gefäßbündel. Auch bei der Salz-Kresse wir das überschüssige Salz über die Blattoberfläche abgegeben.
Salz-Kresse, Lepidium cartilagineum, Blatt quer. Gefäßbündel.
 
 
Kali- Salzkraut, Salsola kali. Das Foto wurde nahe des "Großen Stinkersees" in der "Hölle", einem landschaftspunkt im Seewinkel geschossen.
Kali- Salzkraut, Salsola kali. Detai eines Ästchens.
Kali- Salzkraut, Salsola kali subsp rutbenica. Sproßachse und Blätter im Querschnitt.
 
 
Salz Wegerich. Oantago arenaria. Ganze Pflanze.Illmitz im Seewinkel
Salz Wegerich. Plantago arenaria. Blütenstand.
Salz Wegerich. Plantago arenaria. Blatt quer. Der Wegerich löst das Problem der hohen Salzkonzentration wie die Aster so, indem die alten salzgesättigten Blätter der Pflanze absterben.
Salz Wegerich. Plantago arenaria. Blatt quer. Blatt quer. Gefäßbündel.
 
 
Löffelkraut , Cochelaria danica, Sproßachse quer. Vergrößerung ca.95x
Löffelkraut , Cochelaria danica, Blatt quer. Vergrößerung 380x. In der beidseitigen Epidermis befinden sich Spaltöffnungen. Das Gewebe setzt sich spiegelbildlich bis zur anderen Epidermis fort. Abb. 42 Mittelrippe.
Löffelkraut , Cochelaria danica, Blatt quer. Das Leitbündel der Mittelrippe.
 
 
Salz-Tausendguldenkraut, centaurium littorale.
Queller, Salicornia europaea, auch Glasschmalz, Sproßachse quer. Vergrößerung ca. 90x
Queller, Salicornia europaea, Sproßachse quer. Gefäßbündel
Queller, Glasschmalz, Salicornia prostrata, Sproßachse quer. Vergrößerung 128x
Queller, Glasschmalz, Salicornia prostrata, Sproßachse quer. Vergrößerung 988x, Abb.47 Vergrößerung 245x
Queller, Glasschmalz, Salicornia prostrata, Sproßachse quer. Vergrößerung 988x, Abb.47 Vergrößerung 245x
Strandroggen, Elymus arenarius, Blatt quer. Vergrößerung 67x
Beispiel eines xeromorphen, bifacialen Blattes, das je nach Wasserverfügbarkeit, ausgebreitet oder eingerollt werden kann. In den Blattfurchen auffällige Gelenkzellen. Die Spaltöffnungen werden zusätzlich beim Einrollen des Blattes geschlossen.
Strandroggen, Elymus arenarius, Blatt quer. Vergrößerung 243x
Strandroggen, Elymus arenarius, Blatt quer. Vergrößerung 243x
Strandhafer, Ammophila arenaria, Rollblatt quer
Strandhafer, Ammophila arenaria, Rollblatt quer. Vergrößerung 1535x
Strand-Beifuß, Artemisia maritima.
Eine Schautafel in Illmitz beim Ziehbrunnen auf dem Weg zum See.>
Eine Schautafel in Illmitz beim Ziehbrunnen auf dem Weg zum See.
Im Anhang eine Karte, Illmit/Hölle, im Bereich „Großer Stinker“.
Eine Schautafel in Illmitz beim Ziehbrunnen auf dem Weg zum See.