Sphagnum obesum (WILS.) WARNST.


In Bot.Gaz.XV.(1890)247 et in Kryptogamenflora von Brandenburg I. (1903)466.

(Syn. :S.denticulatum BRID.in Bryol.univ.I.(1826)10. - S.contortum var.obesum WILS. In Bryol.brit. (1855)22 et Limpricht in Kryptogamenflora von Deutschland IV. (1885)121
Bemerkung: Wo S. subsecundum oder andere Arten der Sektion Subsecunda immer wieder und auch längere Zeit im Wasser stehen, verändert sich ihr Habitus und sie bilden ausgesprochene Wasserformen, die nicht als besondere Arten angesprochen werden können. Die Arten gehen ineinander über. Die Wasserverhältnisse der Standorte sind von großem Einfluss. Somit ist S. obesum nur als Form zu werten. S. obesum ist das äußerste Extrem dieser Übergangsreihe.
Pflanze und Habitus: meist völlig untergetaucht; bis 30 cm lang, oberwärts oliven- bis schmutzig braungrün, schwarzbraune Farbe, seltener rötlich; von allen submersen Formen aus der Sektion Subsecunda besitzt sie die größten Blätter Abb.: 25, 27, 28.
Stamm: die Hyalodermis des Stammes ist einschichtig(Stammquerschnitt ist erforderlich!); Stamm einigermaßen gleichmäßig beastet Abb.: 1, 2.
Stammblatt: Form: breit oval oder zungenförmig Abb.: 3, 4, 5. Größe: 1,5 bis 3mm lang, meistens um die 2mm lang, am Grunde 1 bis 1,2mm breit, öfters auch länger und breiter; rings schmal oder ziemlich breit gesäumt und an der abgerundeten oder abgerundet gestutzter Spitze etwas ausgefasert Abb.: 6 oder gezähnt. Hyalinzellen: bis zur Mitte, häufig bis zum Grunde des Blattes fibrös Abb.; 9, 10; auf beiden Blattflächen armporig oder porenlos; manchmal auf der inneren Fläche mit zahlreichen kleinen Löchern in den Zellecken und an den Kommissuren; rückseitig gegen die Spitze hin mit wenigen Eckporen Abb.: 7, 8.
Äste: 3-und 4-ästig, oft entfernt gestellt; gewöhnlich 2 stärkere, kurze oder lange, locker beblätterte, dicke abstehende Äste, die übrigen hängend Abb.: 26.
Astblätter: Form: meist sehr groß, breit oval bis eilanzettlich , bald hohl, bald flach, und sehr schlaff Abb.: 11, 12, 13. Größe: 3-5mm lang, 1,5-1,8mm breit; Seitenränder sehr breit (bis 6-reihig) gesäumt; an der breit abgerundeten Spitze 6-10 zähnig Abb.: 14, 15, 20, 21. Hyalinzellen: auffallend eng Abb.: 18, oft zum Teil faserlos, beiderseits sehr armporig, seltener vollkommen porenlos; auf der Blattinnenfläche fast nur mit kleinen Löchern in den oberen und unteren Zellecken, rückseitig oberwärts mit ebensolchen in den oberen und unteren, unterwärts in fast allen Zellecken, sporadisch vereinzelt auch in der Wandmitte Abb.: 16, 17, 18. Chlorophyllzellen im Querschnitt: rechteckig bis fast quadratisch oder trapezähnlich, zentriert, beiderseits freiliegend und bei dauernden Wasserformen die Hyalinzellen zum Teil verdrängend oder fast die Breite der letzteren erreichend Abb.: 23, 24.
Vorkommen: wenig azidophil; in Blänken, Tümpeln und Wassergräben der Flachmoore; in Bruchwäldern und Birkenmooren; in tiefen Waldsümpfen und Seen (Arbersee/Bayer.Wald, leg.B.Ortner).

Verbreitung: in den europäischen Mittelgebirgen; aus E.W.Ricek Die Torfmoose Oberösterreichs im Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins, 117. Band, Linz 1972: Kreuzbauernmoor bei Fornach; Egelsee bei Misling; Hötzenedt /Kopfing im Sauwald (leg.B.Ortner), Arbersee/Bayer.Wald (leg.B.Ortner).

Stamm quer
Stamm quer
Stammblatt
Stammblatt
Stammblatt
Stammblatt Spitze (etwas ausgefasert)
Referenzen
Aufnahmen: 1.1 - 1.6 © Bruno Ortner
Autor:
Bruno Ortner © 2006
Material:
Bruno Ortner
Präparate:
Bruno Ortner