Sphagnum denticulatum Brid .1826
(Syn.: S.auriculatum Schimp.)


(Syn.:S.lescurii Sull.p.p., S.gravetii Russ., S crassicladum Warnst., S.obesum (Wils) Warnst., S.rufescens (Nees & Hornsch.) Warnst.)
Rasen: Kräftiges und äußerst vielgestaltiges Moos; in der Farbe sehr verschieden, blaue bis blaugrüne, kupferrote bis rotbraune, bräunliche bis semmelbraune, lockere und ausgedehnte Rasen. – Habitus siehe Abb. 23
Stamm: Einschichtige Hyalodermis (Stammquerschnitt erforderlich!), Sklerodermis bleich, später gelblich oder gebräunt bis schwarz; Stammdurchmesser 0,5 – 0,9 mm Abb. 1, 2.
Stammblatt: Form: oval, zungenförmig, fast zungenspatelförmig. Größe: 1-2,5 mm lang, 0,5 – 1,5 mm breit; aufrecht, abgespreizt oder hängend, rings schmal gesäumt, Seitenränder oberwärts mehr oder minder eingebogen, Spitze meist abgerundet, schwach wimperzähnig, meist kappenförmig Abb. 3, 4, 19. Hyalinzellen: besonders in der basalen Blatthälfte septiert und bis zur Mitte oder bis zum Grunde des Blattes reichfaserig (fibrös) Abb. 5. Poren: dorsale Poren in der Blattspitze zahlreich,3-8 mm, bis zu 30 je Zelle, ventrale Poren fehlend oder bis zu etwa 20 je Zelle, meist beringt und entlang der Kommissuren angeordnet Abb. 6, 7.
Astblätter: Form: oval, länglichoval, eilanzettlich, asymetrisch, rasch schief zugespitzt. Größe: 1-2,5 mm lang, 0,7-1,2(-2) mm breit, dachziegelig anliegend, gelegentlich auch locker abstehend Abb. 8,9,17,18. Hyalinzellen: eng, 15-20 x 100-200mm. Poren: dorsal: kleine Ringporen (2,6-6,0mm) in geschlossenen Reihen an den Kommissuren, zahlreich bis zu 40, oder ausnahmsweise 50 pro Zelle, ventral: vereinzelt kleine Eckporen, in der Nähe der Seitenrändern sind die Poren in der Regel zahlreicher; wenn porenarm (fo. obesum), aber beiderseits reichporig (fo. rufescens) Abb. 10, 11, 12, 13, 14, 20, 21. Chlorophyllzellen im Querschnitt: rechteckig bis tonnenförmig, auch trapezähnlich und dann mit der längeren Außenwand am Blattrücken gelegen, auf beiden Seiten (dorsal und ventral) liegen die Chlorophyllzellen frei Abb. 15, 16, 22.
Anmerkung: Verteilungsmuster der Astblattporen ist bei S.denticulatum bereits bei den Blättern einer Pflanze ein äußerst variables Merkmal.
Vorkommen: Sümpfe, Moorwälder (an sehr nassen Stellen ausgedehnte Decken und flutende Rasen bildend), in mäßig bis stark sauren Niedermooren, auch an Bach- und Seeufern, in Quellen, auch in Beständen von Calamagrostis canescens ( Moor – Reitgras), in Erlen-und Birkenbruchwäldern (Waldviertel um Gmünd).
Verbreitung: aus Catalogus Florae Austriae (F.Grims) : Atlantisches Moos, im Alpenraum vereinzelt in Übergangsmooren (auch in Quellfluren und an überrieselten Felsen) bis gegen 2000 m hinauf vorkommend. K: Gößgraben im Maltatal. – N: Umgebung von Gmünd.- O: Sepplau bei Sandl; im Kobernaußerwald und Sauwald mehrfach in kleinen Gerinnen.- S: Hundsfeld am Radstädtertauern; Filzenscharte und Krimmlerachental im Pinzgau.- St: Niedere Tauern, Koralpe.- T: Berliner Hütte und im Kuchlmoos in den Zillertaleralpen; Schwemm bei Walchsee.- V: Latschätzalm bei Tschagguns.
Aus Die Flora der Umgebung von Gmünd (E.W.Ricek): beim Frauenteich, Edlauteich, Grafenteich, Asangteich.

Stammquerschnitt
Stammquerschnitt mit einschichtiger Hyalodermis
Stammblatt Umriss
Stammblatt Umriss
Stammblatt - Blattspitze
Referenzen
Aufnahmen: 1.1 - 1.6 © Bruno Ortner
Autor: Bruno Ortner © 2006
Material:
Bruno Ortner
Präparate: Bruno Ortner