Desmidiaceen aus dem Nieder-Kalk-kalt-Moor von Moosbrunn
von Herbert Palme
Vor Jahren, ca. 1960, fand ich in ein ähnliches Habitat bei Mitterndorf Zieralgen und berichtete darüber. Dr. Vornatscher, dem ich die Proben übergeben habe, sagte, das ist bemerkenswert. Da er kein Fachmann für Desmidiaceen war, blieb es bei dieser Aussage. Es durchsuchten Freunde, die sich mit Zieralgen beschäftigten, dieses Gebiet, das reich an botanischen Raritäten ist wie Orchis ochroleuca und anderen Orchideen, sowie Iris sibirica in beachtlichten Beständen vorkommt, nach Desmidiaceen und konnten keine Ergebnisse erbringen.

Der hohe pH Wert von 7,5. schreckte alle ab und es hieß, bei solchen pH-Wert könne es keine Desmidiaceen geben
Im April dieses Jahres nahm ich bei einem Besuch der Brunnlust wieder eine Probe von Algen, es war dies eine Algenwatte von Spirogyra sp., und Zygnema sp. In dieser fand ich wieder dieselben Zieralgen, die ich schon früher auch in Mitterndorf gesehen habe.

Da es ganz schwer ist die Desmidiaceen, die sich andauernd bewegen, zu fotografieren, ersuchte ich Herrn Vinzenz Ondrak von der Mikroskopischen Gesellschaft sie für diesen Artikel zu fotografieren. Alle Fotos: Vinzenz Ondrak.

Closterium moniliferum
Closterium moniliferum
Closterium pronum
Cosmarium tetraopthalmum

Herzlich bedanken möchte ich mich bei Herrn Prof. Ruppert Lenzenweger, Ehrenmitglied der Mikroskopischen Gesellschaft für die Bestimmung.

Closterium pronum, Teil 1,Seite 48, Tafel 2 Fig. 12. Nach Prof. R. Lenzenweger, nicht häufig.
Closterium moniliferum, Teil 1, Seite 45 Tafel 3 Fig. 11
Cosmarium tetraophthalmum, Teil 3, Seite 124, Tafel 57, Figur 1-3.

Aus dem vierbändigen Werk von Prof. Ruppert Lenzenweger: „Desmidiaceenflora von Österreich“ Verlag Borntraeger.

Dieser Beitrag soll aufzeigen, wie wichtig die Schutzstellung von Gebieten ist, die nicht bekannt und doch schützenswert sind, wie jenes Gebiet bei Mitterndorf, wo noch das Löffelkraut vorkommt, das in der Brunnlust als ausgestorben galt und im Jahr 2010 vom Naturschutzbund Niederösterreich wieder angepflanzt wurde.

Neureisenberg 2011